Vitamin D bei Osteoporose
Eine ausgewogene Ernährung ist für Menschen mit Knochenschwund wichtig – dabei spielt Vitamin D bei Osteoporose eine zentrale Rolle: Der Mikronährstoff stärkt die Knochen und kann vom Körper selbst gebildet werden. Jedoch neigen gerade Ältere zum Vitamin-D-Defizit.
Inhalt
- Sonne ermöglicht Bildung
- Nicht nur Knochenstärker
- Aufnahme durch Lebensmittel
- Osteoporose: Vitamin D umstritten?
- Prävention beginnt in der Jugend
- Wissen zum Mitnehmen
In Deutschland leiden schätzungsweise sechs Millionen Menschen an Osteoporose
Um das Fortschreiten der Osteoporose aufzuhalten und Frakturen zu vermeiden, kommen Medikamente, regelmäßige körperliche Bewegung – und eine ausgewogene Ernährung zum Einsatz. Hier fällt Vitamin D eine Schlüsselrolle zu. Erfahren Sie, warum Vitamin D bei Osteoporose wichtig ist, wann die Prävention beginnen sollte und wie Ihre Knochen selbst im späteren Lebensalter stark bleiben.
Sonne ermöglicht Bildung
Unter den Vitaminen nimmt Vitamin D eine Sonderstellung ein: Es wird nicht nur über Lebensmittel aufgenommen, der Mensch kann es auch in der Haut selbst bilden. Voraussetzung hierfür sind die UV-B-Strahlen aus dem Sonnenlicht. So kann der Körper 80–90 Prozent seines Bedarfs decken – normalerweise.
In Deutschland sind 30,2 Prozent der Erwachsenen mangelhaft mit Vitamin D versorgt. Die Problematik verschärft sich bei Senioren, die gleichzeitig besonders Osteoporose gefährdet sind
Lesen Sie mehr: Vitamin-D-Mangel: Symptome und Behandlung
Der Körper kann Vitamin D unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut bilden. Allerdings ist die Versorgung in Deutschland insbesondere bei älteren Menschen unzureichend.
Nicht nur Knochenstärker
Aus zwei Gründen ist bei Osteoporose Vitamin D wichtig. Zum einen spielt es für die Knochengesundheit eine zentrale Rolle. So gewährleistet die Substanz die Aufnahme von Calcium über den Darm und steigert den Einbau des Mineralstoffs in die Knochen. Auf diese Weise sorgt Vitamin D für ein stabiles und belastbares Skelett, dass auch im Alter vor Hüft- und anderen Knochenbrüchen gefeit ist
Zum anderen profitiert die Muskulatur davon. Der Mikronährstoff kräftigt die Muckis und verbessert deren Koordination. Dieses Zusammenspiel ist unter anderem für einen sicheren Gang erforderlich und insbesondere für betagte Menschen wichtig: Häufig haben sie Probleme mit dem Gleichgewicht und ihre Reflexe reagieren langsamer. Sie stürzen oft; die schlimmste Folge ist ein Hüftbruch. Hier ist Vitamin D eine einfache Strategie, um vor Stürzen zu schützen
Man könnte meinen, viel hilft viel. Allerdings kann eine hoch dosierte Behandlung das Sturzrisiko sogar erhöhen
Vitamin D agiert als Einbauhelfer für Calcium in das Skelett und ist für eine normale Muskelfunktion wichtig. So kann das Risiko für Stürze und Frakturen reduziert werden.
Aufnahme durch Lebensmittel
Ebenso trägt die Ernährung zur Versorgung bei, Schätzungen zufolge zu etwa 10 bis 20 Prozent. Allerdings bieten nur wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen an Vitamin D – zumeist tierischen Ursprungs und in Abhängigkeit des Fettgehaltes.
So stechen Fettfisch, Leber, Eigelb, fettreiche Milchprodukte hervor. Stammen Speisepilze nicht aus der Dunkelzucht, sondern wurden der Sonne ausgesetzt, sind die Kappenträger ebenfalls eine gute Quelle. Bauen Sie diese Lebensmittel regelmäßig in Ihren Speiseplan ein:
| Lebensmittel | Vitamin D (Mikrogramm pro 100 Gramm) |
|---|---|
| Milch, Milchprodukte | |
| Butter | 1,24 |
| Gouda, 45 % Fett i. Tr. | 0,5 |
| Joghurt, 1,5 % Fett | 0,03 |
| Joghurt, 10 % Fett | 0,2 |
| Kuhmilch, 1,5 % Fett | 0,03 |
| Kuhmilch, 3,5 % Fett | 0,09 |
| Parmesan | 0,7 |
| Sahne, 30 % Fett | 1,1 |
| Speisequark, 40 % Fett i. Tr. | 0,19 |
| Speisequark, mager | 0,01 |
| Ziegenmilch | 0,25 |
| Pilze | |
| Champignon (roh) | 1,9 |
| Pfifferling (roh) | 2,1 |
| Steinpilz (roh) | 3,1 |
| Ei, Fleisch und Fisch | |
| Forelle | 18 |
| Hering | 25 |
| Hühnerei (ganz) | 2,9 |
| Hühnereigelb | 5,6 |
| Karpfen | 1 |
| Lachs (Salm) | 16 |
| Makrele | 4 |
| Rinderleber | 1 |
| Sadine | 10,8 |
| Zander | 0 |
Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält: Avocado punktet hingegen nicht mit Vitamin D. Die Frucht ist zwar ein gesundes Lebensmittel, aber seinen Vitamin-D-Bedarf können Sie damit nur decken, wenn der Genuss bei Sonnenschein draußen im Garten stattfindet.
Ein kleiner Teil des Bedarfs an Vitamin D stammt aus der Nahrung. Aber nur wenige Lebensmittel, zumeist tierischen Ursprunges, steuern die Substanz in nennenswerten Mengen bei.
Osteoporose: Vitamin D umstritten?
Eine aktuelle Meta-Analyse kratzt am Nutzen von Vitamin D bei Osteoporose: Den Daten zufolge, die an rund 53.500 Senioren erhoben wurden, schützen Vitamin-D-Tabletten überraschenderweise nicht vor Frakturen
Hier sei aber erwähnt, dass Vitamin D, unabhängig von der Bedeutung bei der Osteoporose, für unseren Körper unentbehrlich ist. Beispielsweise benötigen wir den Mikronährstoff für ein schlagkräftiges Immunsystem. Ebenso wird der Nutzen einer adäquaten Versorgung bei Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 sowie Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen diskutiert. Allerdings ist der Vitamin-D-Status hierzulande nicht optimal und sollte daher angegangen werden.
Auch wenn die Datenlage widersprüchlich ist, sollte eine Vitamin-D-Mangel behoben werden, denn der Mikronährstoff nützt dem Immunsystem und spielt womöglich auch bei der Vorbeugung anderer Erkrankungen eine Rolle.
Prävention beginnt in der Jugend
Um die Osteoporose im höheren Lebensalter möglichst lange hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden, heißt das Zauberwort Prävention, und die beginnt schon in der Kindheit. Es ist entscheidend, in jungen Jahren den Knochenaufbau zu maximieren und im Alter den Knochenabbau zu minimieren. Bei diesem Prozess leisten Calcium, Bewegung und Vitamin-D-Versorgung einen wichtigen Beitrag.
Auf die Kleinsten achten
In den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten sind Kinder auf zusätzliche Vitamin-D-Tabletten angewiesen (Rachitisprophylaxe). Am besten verbringt Junior viel Zeit an der frischen Luft, um körpereigenes Vitamin D bilden zu können. Gleichzeitig kräftigen Bewegung und Spielen die Muskeln, die wiederum den Knochenstoffwechsel anregen. Achten bereits bei den Kleinsten auf genügend Calcium in der Ernährung.
Bewegen, um Stürze zu vermeiden
Auch Ältere profitieren von körperlicher Aktivität. Bereits ab dem 50. Lebensjahr nehmen Ausdauer, Balance, Beweglichkeit und Muskelkraft ab; die Gefahr zu stürzen steigt. Dem können Senioren mit gezieltem Balance- und Krafttraining entgegenwirken.
Richtig sonnen
Ob alt oder jung: Genießen Sie für die Vitamin-D-Bildung die Sonne! Dafür genügt es, zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme für 10–25 Minuten in die Sonne zu strecken. Verzichten Sie dabei auf Sonnenschutz; Sonnenbrand sollten Sie jedoch unbedingt vermeiden. Im Winter greift der Körper auf seine Vitamin-D-Reserven in Fett- und Muskelgewebe zurück. Zusätzlich sind in dieser Zeit aktive Mittagspausen im Freien empfehlenswert.
Osteoporose gilt als Alterserkrankung, allerdings werden die Grundlagen zur Vorbeugung schon im Kindes- und Jugendalter gelegt. Es gilt frühestmöglich in die Knochengesundheit zu investieren.
Wissen zum Mitnehmen
Die Skeletterkrankung Osteoporose ist weit verbreitet und macht sich besonders im Alter bemerkbar. Dann führen bereits kleinste Belastungen oder Stürze zu einer Fraktur. Um das zu verhindern, kommen verschiedene Therapiebausteine zum Einsatz, darunter Vitamin D.
Vitamin D agiert als Einbauhelfer für Calcium in das Skelett und ist für eine normale Muskelfunktion wichtig. Auch wenn der Körper den Mikronährstoff selber bilden kann, ist die Versorgung insbesondere bei älteren Menschen oft unzureichend. Gleichzeitig kann ein Defizit Stürze begünstigen. Daher spielt bei der Behandlung von Osteoporose Vitamin D eine wichtige Rolle.
Der Knochenschwund wird als Alterserkrankung wahrgenommen, allerdings beginnt die Prävention viele Jahrzehnte früher, nämlich im Kindesalter. Dann sorgen Calcium, Bewegung und maßvolles Sonnenbaden für einen gesunden Knochenaufbau.
Exklusiv bei EAT SMARTER
Dr. Riedl ist unser Experte für den Bereich "Ernährung bei Krankheiten". Er gibt Tipps, wie Sie mit der richtigen Ernährung Beschwerden lindern können.
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