Purintabelle

Aktualisiert am 05. Nov. 2024

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Gicht gilt: Harnsäure senken. Das gelingt mit einer purinarmen Kost. Aber welche Lebensmittel sind wahre Purinbomben und mit welchen Lebensmitteln bleibt alles im grünen Bereich? Wir klären auf und zeigen, was bei Gicht guttut und was nicht.

Inhalt

Inhalt

  1. Die große EAT SMARTER-Purintabelle
    1. Milch, Milchprodukte und Ei
    2. Gemüse, Salate und Pilze
    3. Obst und Trockenfrüchte
    4. Nüsse, Kerne und Samen
    5. Hülsenfrüchte und Tofu
    6. Fleisch, Geflügel und Wurstwaren
    7. Fisch und Meeresfrüchte
    8. Getreide und Getreideprodukte
    9. Getränke
    10. Fette und Öle
    11. Sonstiges

    Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Bei zu hoher Konzentration entstehen Harnsäurekristalle, die sich mitunter an den Gelenken anlagern. Dort verursachen sie heftige Entzündungen, den Gichtanfall. Der Gichtanfall taucht sehr überraschend auf, häufig nachdem viel Fleisch gegessen und viel Alkohol getrunken wurde. 

    Um erneute Anfälle zu vermeiden, steht eine purinarme Kost im Fokus, bei der gleichzeitig die Fruktose im Auge behalten wird. Für Betroffene mit Übergewicht gilt: runter von den Pfunden. Die Purintabelle gibt Aufschluss über den resultierenden Harnsäuregehalt der einzelnen Lebensmittel. Eine purinarme Kost bedeutet also nicht Verzicht, sondern rechnen. Maximal 500 Milligramm Harnsäure pro Tag sollten Sie Ihrem Körper zumuten.

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    Die große EAT SMARTER-Purintabelle

    Einige Lebensmittel aus der Purintabelle erscheinen auf den ersten Blick ungeeignet, das betrifft beispielsweise oxalsäurehaltiges Gemüse wie Mangold, Rhabarber, Spargel oder Spinat. Das Problem: Die Oxalsäure kann die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren hemmen. Allerdings muss niemand auf Spargel bei Gicht verzichten, gelegentlich eine kleine Portion ist in Ordnung 

    .

    Auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Sojabohnen waren früher verboten, da sie zu den purinreichen Lebensmitteln gehören. Nach heutigem Wissensstand stellt ein maßvoller Genuss aber kein großes Risiko da, den die gesundheitlichen Vorzüge dieser Lebensmittel überwiegen. Dasselbe gilt auch für Pilze und Kohl 

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    Die Angaben dieser Purintabelle orientieren sich an der großen "Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle". 

    Milch, Milchprodukte und Ei

    Milch, Milchprodukte und Käse zählen zu den purinarmen Lebensmitteln, die täglich aufgetischt werden können. Bevorzugen Sie fettarme Milchprodukte und Käse (bis 45 % Fett i. Tr.); Crème fraîche, Schlagsahne und Schmand nur in Maßen verzehren.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Brie (50 % Fett i. Tr.) 7
    Buttermilch 0
    Camembert ( 45 % Fett i. Tr.) 30
    Crème fraîche 0
    Dickmilch 0
    Doppelrahmfrischkäse 0
    Ei, 1 Stück 5
    Emmentaler (45 % Fett i. Tr.) 8
    Feta (45 % Fett i. Tr.) 30
    Harzer Käse (10 % Fett i. Tr.) 20
    Milch, alle Fettstufen 0
    Mozzarella 10
    Naturjoghurt 0
    Parmesan (37 % Fett i. Tr.) 10
    Saure Sahne, Sauerrahm 0
    Schlagsahne, Rahm 0
    Quark, alle Fettstufen 0
    Tilsiter (30 % Fett i. Tr.) 10

    Gemüse, Salate und Pilze

    Fast alle Gemüsesorten sind ideal: So bereichern beispielsweise Aubergine, Blattsalate, Gurken, Möhren, Paprika oder Tomaten bei Gicht den Speiseplan. Lassen Sie sich täglich drei Portionen schmecken! Mangold und Spinat liefern Oxalsäure; auch verschiedene Kohlsorten und Champignons sind recht purinreich. Halten Sie sich hier zurück. Das gilt auch für Spargel bei Gicht.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Afalfasprossen 15
    Aubergine 22
    Austernpilz 50
    Bambussprossen 29
    Blumenkohl  45
    Bohnen (grün) 37
    Brokkoli 81
    Champignon 58
    Chicorée 12
    Chinakohl 21
    Eisbergsalat 11
    Endiviensalat 16
    Fenchelknolle 14
    Frühlingszwiebel, Lauchzwiebel 15
    Gartenkresse 28
    Gurke 7
    Kartoffeln 16
    Knoblauch 15
    Kohlrabi 25
    Kopfsalat 13
    Kürbis 66
    Linsensprossen 12
    Mangold 57
    Möhre, Karotte 17
    Okraschote 9
    Oliven (grün/ schwarz) 29/ 31
    Pak Choi 25
    Paprikaschote (gelb, grün, rot) 10–15
    Petersilienblätter 57
    Petersilienwurzel 32
    Pfifferling 17
    Radicchio 10
    Radieschen 12
    Rettich 15
    Römersalat 10
    Rosenkohl 69
    Rote Bete 19
    Rotkohl 32
    Sauerkraut 16
    Schalotte 15
    Schnittlauch 67
    Sellerie (Knolle) 30
    Staudensellerie 51
    Steinpilz 92
    Steinpilz (getrocknet) 488
    Spinat 57
    Tomate 11
    Weißkohl 22
    Zucchini 24
    Zwiebel 13

    Obst und Trockenfrüchte

    Früchte gehören zu den purinarmen Lebensmitteln. Sie können täglich bis zu zwei Portionen Obst verzehren. Bananen bei Gicht sind in Ordnung, sollten bei Übergewicht aber nur in Maßen gegessen werden; das gilt auch für andere zuckerreiche Obstsorten. Auf Trockenobst sollten Sie lieber ganz verzichten, da sie viel Fruktose enthalten.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Ananas 19
    Apfel 14
    Aprikose 20
    Aprikose (getrocknet) 73
    Avocado 19
    Banane 25
    Birne 12
    Brombeere 15
    Dattel (getrocknet) 34
    Erdbeere 21
    Feige  15
    Grapefruit 15
    Heidelbeere 22
    Himbeere 18
    Holunderbeere 33
    Honigmelone 33
    Johannisbeere (rot, schwarz, weiß) 17
    Kaki 15
    Kirsche (süß, sauer) 17
    Kiwi 19
    Kochbanane 27
    Kumquat 15
    Limette 20
    Orange 19
    Pfirsich 21
    Pflaume 24
    Pflaume (getrocknet) 64
    Preiselbeere (frisch) 13
    Quitte 30
    Rosinen (getrocknet) 107
    Stachelbeere 16
    Wassermelone 20
    Weintraube (blau/ grün) 25/ 30
    Zitrone 20
    Zwetschge 20

    Nüsse, Kerne und Samen

    Täglich eine Handvoll (20 Gramm) können Sie essen. Sonnenblumenkerne und Mohnsamen liefern viele Purine, besser meiden. Erdnusskerne, Kürbiskerne, Leinsamen und Sesam liefern zwar auch viele Purine, ein gelegentlicher Verzehr ist aber in Ordnung.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Erdnusskerne 74
    Haselnusskerne 42
    Leinsamen 105
    Mandeln 41
    Mohnsamen 170
    Paranusskerne 23
    Sesamsamen 62
    Sonnenblumenkerne 157
    Walnusskerne 26

    Hülsenfrüchte und Tofu

    Hülsenfrüchte und daraus hergestellte Produkte wie zum Beispiel Tofu zählen zu den purinreichen Lebensmitteln. Allerdings bieten Bohnen, Linsen & Co. viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, sodass die Vorteile überwiegen. Ein gelegentlicher und maßvoller Verzehr stellt kein großes Risiko dar.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Bohnen (weiß, getrocknet) 128
    Bohnen (weiß, Dose) 45
    Erbsen (grün, getrocknet) 164
    Kichererbsen (getrocknet) 109
    Linsen (getrocknet) 126
    Sojabohnen (getrocknet) 190
    Sojafleisch (getrocknet) 355
    Tempeh 110
    Tofu 68

    Fleisch, Geflügel und Wurstwaren

    Fleisch, Geflügel und Wurstwaren sind besonders purinreiche Lebensmittel. Maximal zwei kleine Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Bevorzugen Sie magere Sorten und immer ohne Haut. Innereien, Schweinefleisch und Wurstwaren aus Schweinefleisch sind ungeeignet.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Bierschinken 85
    Bockwurst 110
    Brathähnchen (im Durchschnitt) 115
    Corned Beef 57
    Gänsefleisch (mit Haut) 165
    Gänsefleisch (ohne Haut) 120
    Hähnchenbrust (mit Haut) 175
    Hähnchenbrust (ohne Haut) 120
    Hasenfleisch (im Durchschnitt) 105
    Kalbfleisch (im Durchschnitt) 145
    Lachsschinken 184
    Leberwurst 165
    Putenbrust (ohne Haut) 120
    Putenkeule (ohne Haut) 120
    Rehrücken 105
    Rinderbrust 90
    Rinderschulter 110
    Rinderhüfte (Hüftsteak) 120
    Rindergulasch  105
    Rinderhackfleisch 108
    Rinderfilet 110
    Rinderleber 554
    Rinderzunge 160
    Salami 104
    Schinkenspeck (durchwachsen) 127
    Schweinebauch 100
    Schweineschulter 161
    Schweinehackfleisch 167
    Schweinefilet 150
    Schweinekotelett 145
    Schweineherz 530
    Schweineleber 515
    Schweinemilz 516

    Fisch und Meeresfrüchte

    Ebenso wie Fleisch gehört Fisch zu den purinreichen Lebensmitteln. Maximal zwei Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Wählen Sie immer ein Fischfilet, also ohne Haut. Insbesondere Sprotten, Thunfisch, Jakobsmuscheln und Venusmuscheln sind sehr purinreich; besser verzichten.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Aal (frisch) 65
    Aal (geräuchert) 78
    Auster 90
    Bückling (ohne Haut) 146
    Flunder 120
    Flusskrebs 60
    Forelle (mit Haut) 311
    Garnele 147
    Hering (mit Haut) 210
    Hering (ohne Haut) 178
    Hummer (gegart) 120
    Jakobsmuschel 136
    Kabeljau (Dorsch) 109
    Kaviarersatz, falscher Kaviar 18
    Kaviar (echter, russischer) 144
    Krabben, Shrimps 147
    Lachs  170
    Languste 60
    Limande (Rotzunge) 120
    Makrele (frisch, mit Haut) 145
    Makrele (geräuchert) 153
    Rotalge (getrocknet) 351
    Rotbarsch 241
    Schleie 80
    Scholle 174
    Schwarzer Heilbutt 100
    Seehecht 120
    Seelachs (Köhler) 203
    Seewolf (Steinbeißer) 110
    Seezunge 131
    Steinbutt 120
    Spirulina (getrocknet) 506
    Sprotte (geräuchert) 804
    Thunfisch 178
    Thunfisch in Öl (ganzer Doseninhalt) 290
    Tintenfisch 110
    Venusmuschel 330
    Wels 110
    Zander 110

    Getreide und Getreideprodukte

    Welches Brot kann man bei Gicht essen? Bevorzugen Sie die Vollkornvariante, auch wenn sich hier mehr Purine befinden. Aber der Teufel steckt im Detail: Meiden Sie Brot und Brötchen, die Sonnenblumenkerne oder Weizenkeime enthalten sowie allgemein Weißmehlprodukte. Etwas Vorsicht sollten Sie bei Haferflocken, Vollkornreis und Müsli walten lassen. Lieber nur in Maßen verzehren. Nicht empfehlenswert sind Weizenkeime – es ist ein besonders purinreiches Lebensmittel.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Amaranth 66
    Baguette 44
    Brötchen, Semmel 21
    Bulgur 69
    Cornflakes 83
    Croissant 42
    Glutenfreies Weißbrot 8
    Haferflocken 100
    Hirseflocken 85
    Maisgrieß (Polenta) 29
    Mehrkornbrot 46
    Müsli (im Durchschnitt) 105
    Nudeln aus Hartweizengrieß (roh) 60
    Nudeln aus Vollkorn (roh) 80
    Pumpernickel 57
    Quinoa 66
    Reis (geschält, weiß, roh) 87
    Reis (ungeschält, Naturreis, roh)  134
    Roggen (Flocken, Körner) 70
    Roggenvollkornmehl 70
    Roggenvollkornbrot 77
    Toastbrot 104
    Vollkornbrot (im Durchschnitt) 60
    Weißbrot 14
    Weizengrieß 80
    Weizenkeime 843
    Weizenmehl (Type 405) 40
    Weizenvollkornmehl 82

    Getränke

    Greifen Sie neben Wasser zu ungesüßten Früchte- oder Kräutertees. Nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag sind auch in Ordnung. Ungeeignet sind alkoholfreies Bier, Bier, alle übrigen alkoholischen Getränke (ohne Ausnahme), Fruchtsäfte und Softdrinks.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Apfelsaft 16
    Alkoholfreies Bier 8
    Früchtetee (trocken) 60
    Grüner Tee (trocken) 328
    Kaffeepulver 101
    Milchmixgetränk mit Kakao 3
    Limonade 2
    Möhrensaft 5
    Orangensaft 21
    Schwarzer Tee (trocken) 150
    Tomatensaft 5
    Traubensaft 21
    Wasser (still, mit Kohlensäure) 0
    Weizenbier 15

    Fette und Öle

    Fette und Öle fallen unter die purinarmen Lebensmittel. Bevorzugen hochwertige pflanzliche Fette und beschränken Sie die Verwendung auf zwei Esslöffel pro Tag. Top sind zum Beispiel Lein-, Oliven- und Rapsöl. Gelegentlich Butter ist auch okay. Hingegen sind Schweineschmalz, Distel- und Sonnenblumenöl nicht empfehlenswert, da sie ein schlechtes Fettsäureprofil aufweisen.

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Butter 0
    Leinöl 0
    Margarine 0
    Nussöle (alle Sorten) 0
    Olivenöl 0
    Rapsöl 0
    Sesamöl 0

    Sonstiges

    Allgemein sind gesüßte Fertigprodukte wie Milchreis, Fruchtjoghurt oder Kakaozubereitungen nicht zu empfehlen. Aber Sie können Schokolade bei Gicht genießen: Zum maßvollen und gelegentlichen Naschen bietet sich Zartbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil an. Vorsicht bei Hefe, insbesondere in der veganen Küche werden Hefeflocken verwendet. Würzen Sie Ihre Speisen nicht mit Hefeflocken! 

     
    Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
    Bäckerhefe 680
    Butterkeks 26
    Eiscreme 0
    Fruchtjoghurt < 10
    Hefegebäck (im Durchschnitt) 37
    Honig 0
    Lakritze 20
    Löffelbiskuit 15
    Marzipan 54
    Marmorkuchen 13
    Müsliriegel 95
    Milcheis 0
    Nougat 27
    Obstkuchen (im Durchschnitt) 19
    Rührkuchen (im Durchschnitt) 13
    Schokolade (Vollmilch) 60
    Zwieback (ohne Ei) 60
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